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(Kriegerdenkmal in Lettin bei Halle/Saale; Inschrift: “DEUTSCHLAND MUSS LEBEN – UND WENN WIR STERBEN MÜSSEN“)
(SNOW-RCS auf dem alten Ring-Messehaus in der Leipziger Innenstadt, sieht heute jedoch so aus. ORG hier, wie es im September 2010 mit Beiden Anfing hier)
Ist es politisch ein Werbeplakat für eine Partei zu gestalten? Vermutlich schon. Das Plakat soll Idee und Ziel der Gruppe abbilden, es durchläuft einen Prozess von der Idee bis hin zur Bildwerdung des politischen Statements. Verschiedene Werbeplakate für einen grünen Politiker im Weimar gestaltete eine Künstlergruppe welche der Uni entstammt. Dabei war u.a. ein Plakat, welches selbst von den Künstlern mit Farbeiern beworfen wurde, zu lesen: “In der Politik ist es manchmal wie mit der Grammatik: Ein Fehler, den alle begehen, wird schließlich als Regel anerkannt. (Andre Malraux)“
Das ist dann also Kunst. Ein anderes Plakat für den Grünen Politiker Carsten Meyer hat den Unmut von aergernis und anderen Bauhaus-Studierenden auf sich gezogen. Es ist eine Kreation der Studentin Katja Triol und zeigt, für politische Plakate von heute eher ungewöhnlich, einen sozial- und gesellschaftlich Exkludierten:
Zu sehen ist stilisiertes Ghetto, ein Mann mit Plastikbeuteln und verschiedenfarbige Mülltonnen. Der Zusammenhang wird schnell deutlich – offensichtlich ein Flaschensammler oder jemand der Mülltonnen durchsucht. Der Slogan “Mehr Farben. Mehr Freude.” lässt sich vielseitig verstehen, spielt hier jedoch auf die Mülltonnen an. Also: mehr Freude für die Tonnenwühler wegen der Vielzahl an Farben. Der Grüne Politiker Meyer hilft auch dir Tonnenwühler zu einem glücklicheren Leben, aka “im Tale grünet Hoffnungsglück.” Es ist kein Witz, trotzdem ist es lustig gemeint. Was zeigt es genau? Aergernis meint nicht untreffend:
Es ist die widerliche Klassenarroganz und Distinktion der gut gestellten Mittelschicht, die im Bioladen einkaufen kann, sich im Eigenheim am Rand einer Kulturstadt zur Ruhe gesetzt hat, oder hier verweilt, um das von den Eltern bezahlte Studium zu absolvieren. Hier spricht so ungeschminkt eine – zur Rede gestellt ganz bestimmt überhaupt nicht bös‘ gemeinte – Verachtung für diejenigen, die vom Wohlstand dieser Gesellschaft ausgeschlossen sind und denen man – wenn nicht mit den Polizeiknüppeln der Ordnungsmacht, so doch symbolisch, mit Bildern – noch hinterhertreten muss. (src)
Armut dient hier als Werbegag und artikuliert daneben im beste Sinne »wohlgemeinten Bürgerrat«. Der Arme ist in der modernen Gesellschaft nicht bloß Manövriermasse sozialpolitischer Verwaltung sondern zieht stets das erzieherische Engagement besser gestellter BürgerInnen auf sich. Er kann nicht nur beraten, begleitet, therapiert, weggesperrt oder geduzt werden – er kann auch ungefragt als großformatige Werbefigur eine Stadt und deren Lokalpolitik präsentieren, die ihm nur in den Arsch tritt. (src)
Politische Kunst ist meistens peinlich – sich als »Künstlergruppe« an eine etablierte politische Partei anzuschmeißen spricht dagegen nicht nur für einen wirklich schlechten Geschmack, sondern ist zudem
gleichzeitigein doppelter Verrat – an der Autonomie der Kunst, die sich einst von den staatlichen Institutionen emanzipierte, sowie am avantgardistischen Aufhebungsversuch der Kunst [...] (src)
Was noch zu erwähnen wäre: das Plakat wurde bereits nach kurzer Zeit beschädigt. Offensichtlich war Jemandem der Unmut über das Bild zu groß und er schändete das politische Kunstwerk.
update: lesenswertes zum Thema Kunst bei ofenschlot.
(Stromkasten mit einem Schloss “Polizei”, gesehen in Tharandt)
(screenshot von einem Naziportal)
Vor knapp zwei Jahren war der iranische Staatspräsident mit einem Journalisten eines amerikanischen Fernsehsenders im Gespräch (Kleber vom ZDF hat dem Staatsführer ja neulich auch gegenübergesessen…). Bemerkenswerterweise erzählt Ahmadinejad auch von Dingen, die heute eine andere Aktualität haben dürften…
Ahmadinejad: “Israel ist kein Faktor in unserer Verteidigungspolitik, wir haben die nicht mal erwähnt.” Frage: “Sie planen nicht einmal für den Eventualfall?” Ahmadinejad: “Die sind am Ende. Das zionistische Regime ist am Ende. Die kommen nicht einmal mit Gaza klar. Die wollen eine Auseinandersetzung mit dem Iran? Jeder kennt doch diese Tatsachen und es überrascht mich dass sie als professioneller Journalist das nicht wissen. Jeder Politiker auf der Erde weiß davon. Das zionistische Regime schafft es nicht mal Gaza in den Griff zu bekommen, wollen die dann noch in einen Konflikt mit dem Iran treten?“ (freie Übersetzung von dieser src)
Was gibt es mehr zu sagen, als dass hier deutsche Qualitätsarbeit scheinbar Menschenleben rettet (die Rechtslenker kommen übrigens aus Südafrika), ein Attentat zu einer Farce werden lässt, besser: zu einer Farce macht. Die wirklichen Bilder sind nicht im Kopf (Foto 1: Täterreste. Vorsicht bei schwachem Gemüte!; Foto 2: Die Umgebung).
(click pic to watch the vid or here)
click pic to watch the video (Montreal, Canada; 20.04.2012; more here)
NDR Forum: Augenzeugenberichte aus Syrien (20 Min.)
SWR2 Forum: Martin Durm: Warum der Westen in Syrien nicht weiß, was er tun soll (45 Min.)
SWR2 Forum: Michael Köhler: Wie braun war der Karneval? (45 Min.)
SWR2 Aula: Harald Welzer: Wohlstand ohne Wachstum (28 Min.)
SWR2 Wissen: Das große Brummen (27 Min.)
WDR Zeitzeichen: 1977: Die Entführung von Elisabeth Käsemann in Argentinien (15 Min.)
WDR Zeitzeichen: 1907: Der Todestag des Forstwissenschaftlers Karl Gayer (15 Min.)
WDR5 Erlebte Geschichte: Hans Heisel – Als deutscher Soldat in der Resistance (23 Min.)
Audio_Archiv: Propagandazentrale »Arischer Weltdienst« (40 Min.)
SWR2 Dschungel: Die alte Garde des Proletariats – eine kritische Politikecke (27 Min.)
Nicht Alles nicht immer uneingeschränkt zu empfehlen bzw. kritikwürdig. Hoerenswertes Teil II im übrigen hier.
update:
DLF: Götz Aly – Warum die Deutschen? Warum die Juden? (29 Min.)
(“Aus 100% deutschen Kartoffeln”. Oder hier. )
Ein Drittel des jüngsten Statements Ken Jebsens ist die Aufforderung Geld an ihn zu spenden, BLZ & Kontonummer sind die ganze Zeit über eingeblendet. Es wird deutlich: er wähnt sich auf der Seite der Guten, der Widerständigen, die nun dafür bestraft werden verbotene Zusammenhänge zu äußern – in seinem Fall ist eine ganze Industrie gegen ihn am Werk: die Holocaustindustrie. Er setzt nun seine Hoffnung auf die Community, falls dies vergeblich “dann hören wir einfach auf.” Doch danach sieht es eher nicht aus. Nach knapp 10 Tagen hat das Video über 10.000 Aufrufe, es gefällt 551, es gefällt nicht 22 usern. So positiv und euphorisch sind dann auch einige Kommentare – wenn nur die Hälfte davon stimmt scheint die Rechnung (falsches Wort?, wohldurchdachte Kalkulation trifft es vielleicht besser) des Herrn Jebsen aufzugehen. Ein Kommentar lautet:
“Es ist nur richtig und konsequent, dass man solche Projekte unterstützt. KenFM ist in diesem System auf Geld angewiesen. Sie haben Rückrat gezeigt und wurden auf die Straße gesetzt. Jetzt muss die Straße dafür sorgen, dass sie weiter machen können. Auch du bist die Gosse/Straße. 5€ sind überwiesen.”
Money makes the world go round, auch bei Herrn Jebsen. Und Geld ließ sich auch schon immer mit einer niemals existierenden “Antiholocaustindustrie” machen, treffender und richtiger wäre wohl der Begriff Antisemitismus – denn sowas verkauft sich tatsächlich. Ob es nun gerechtfertigt ist auch im Fall des Herrn Jebsen von Antisemitismus zu sprechen kann jeder anhand seiner hier dokumentierten Ausführungen selbst beurteilen:
“Nach 545 Sendungen wurde Ken FM über Nacht abgesetzt. Der Vorwurf: die Sendung und ich im Speziellen wäre ein Holocaustleugner, ein Antisemit, ein Rechtsradikaler, etc. – die ganze Palette. Genauso gut hätte man behaupten können, ich würde zu langsam sprechen. Der Grund war natürlich vorgeschoben, sprich: frei erfunden. Und wurde von außen an das Haus herangetragen, in diesem Fall von der Holocaustindustrie, ein Begriff der bekannt ist spätestens seit Finkelstein. Die wirklichen Gründe für die Kündigung sind völlig andere. Ken FM und speziell ich als Person kann einfach meine Fresse nicht halten, wenn es vielleicht besser wäre für die eigene Karriere. [...] Ich hinterfrage geschichtliche Tatsachen, die man uns vorwirft wie einen Knochen mit dem Befehl friss oder strib. [...] und wir wehren uns selbst gegen einen übermächtigen Feind: den Menschenfeind – der, und das geben wir zu, finanzielle und was sein Netzwerk angeht, deutlich besser aufgestellt ist als wir. Die Lüge hat bekanntermaßer cash genug, die Wahrheit geht betteln. [...] Wenn wir eine andere Welt wollen, und wir von Ken FM wollen eine andere Welt, dann brauchen wir eine andere Presse. [...] Nur so lange wir sie [die freien Portale im Internet, Anm.] finanzieren, sind wir wirklich sicher vor der Propaganda einen sehr kleinen Elite. [...] wenn im Schatten ihres Humanismus völlig andere Kräfte mitsurfen um uns alle zu benutzen, und genau das passiert. Die Welt ist nicht so simpel wie uns das die staatlichen Medien, und damit die kontrollierten Medien glauben machen wollen. [...] Was will ich von Euch? Ich will euer Geld. Nur ich will, dass ihr es freiwillig gebt. Es bleibt euer Geld [...] Wir haben nie behauptet die Wahrheit zu kennen – genau das macht aber die Konkurrenz. [...] Uns reicht es nicht wenn ihr einfach unsere Meinung übernehmt, [...] ihr, und damit wir, sind die 99%. [...] Geht ihr den ersten Schritt. [...] Nehmt es selber in die Hand. [...] Es geht ums Geld, ja, denn ohne Geld können auch wir nicht arbeiten. [...] Werdet aktiv, unterstützt Ken FM. [...] Das hier ist keine Übung, und wir können durchaus mit den Konsequenzen des Scheiterns leben. Wir haben den entscheidenden Schritt für uns in dem Moment getan, als wir uns entschlossen haben, nicht länger ja zu einer Berichterstattung zu sagen, die wir für Propaganda halten, nur weil unser staatlicher Arbeitgeber uns dann auch weiterhin geduldet hätte. Die überzeugendste Art etwas zu ändern ist es selber zu tun.” (src: youtube-video)
Zusammenfassung:
Ken FM betreibt als Aufklärung euphemisierte Propaganda (gegen die als Propagandaapparat wahrgenommenen Massenmedien). Er war mit seiner Sendung beim RBB auch einst Teil des Systems, doch er durfte nicht mehr weitersenden bei dieser öffentlich-rechtlichen Anstalt (er spricht fälschlich (?) von “staatlichen Medien”). Ken Jebsen wurde gekündigt, weil er keine Einheitspropaganda produzierte, weil er anfing sich gegen “den Menschenfeind” zu wehren. Er ist der Einzige beim RBB gewesen welcher nicht von der Elite kontrolliert wird und damit einer der Wenigen - er hat seine Gesinnungsgenossen scheinbar schon gefunden - welcher unabhängige, also die wirklich richtigen Berichte liefert (von mir Propaganda genannt). Er tritt einen Feldzug an, uns alle aus der Kontrolle und den Klauen einer “sehr kleinen Elite” zu befreien. Ken “hinterfragt geschichtliche Tatsachen” – mit dann so glorreichen Erkenntnissen wie “Deutschland ist ein guter Mitläufer, ein Vasall, ein US-Ausposten” was hier akustisch verzeichnet ist. Wie formulierte Reflexion so treffend: “Ken Jebsen propagierte Ressentiments, die in Deutschland weit verbreitet und mehrheitsffähig sind.” Wäre hinzuzufügen: sowohl “die Sendung als auch er im Speziellen”.
Schon einmal wurde hier im Blog auf einen sehenswerten Film von James Longley verwiesen. Vom filmischen her ähnlich spannend ist sein Film mit dem Titel “Gaza Strip” der 2001 gedreht wurde.
Im Film finden sich eine Reihe israelkritischer Bilder und Aussagen, auch schockierende Bilder von Verwundeten und Toten im Krankenhaus, die schnell dazu verleiten emotional zu reagieren – weshalb sie auch oftmals gedreht und verwendet werden. Es finden sich auch eine Reihe von Szenen welche irritieren (so z.B. der Moment wo Maschinengewehrsalven zu vernehmen sind und gleichzeitig Kinder auf der Straße spielen). Der Film zeigt wie tief und stark die Abneigung gegen Israel (noch vor der Wahl der Hamas), die alltägliche Verzweiflung und die Hoffnung auf ein besseres Leben im Jahr 2001 waren (unvermeidlich sind auch propagandistische Aussagen zu vernehmen). Longley folgt und zeigt in seinem Film vor allem den Alltag von Kindern, deren naive und teilweise erschreckenden Aussagen über die Ereignisse um sie herum.
weiterer Hinweis: Ebenso bei Vimeo lassen sich auch beeindruckende Bilder des Schulalltags im Iran finden (vom Januar 2009, 30 Min). Ebenfalls sehenswert!
Am 10. März wurde ein Pferd getötet und ein Haus nahe Ashdod durch einen direkten Raketentreffer schwer beschädigt.
Bernd Dahlenburg hat sich nicht nur die Mühe gemacht alle Opfer der Raketenangriffe aus dem Gaza aufzuzählen, sondern berichtet auch davon, dass
wieder einmal [..] eine Million Israelis die letzten 48 Stunden in nahe gelegenen Luftschutzkellern oder ihren geschützten Räumen verbringen [...] [mussten].
Des weiteren mahnt er in seinem Artikel (der ein interessantes Bild enthält) zurecht die fehlende Unterscheidung an, auf die es eben doch ein wenig ankommen sollte: die Selektion.
Unterscheiden die Medien zwischen gezielten israelischen Schlägen gegen Terroristen – im Gegensatz zu wahllos-absichtlichen palästinensischen Raketenangriffen auf israelische Zivilisten? (src)
Aber angesichts solcher Nachricht wie der folgenden, scheint die “Kriegsführung” dann doch wieder symmetrisch geworden:
Ein palästinensischer Terrorist stach am Donnerstag mehrmals auf eine 19-jährige israelische Soldatin in Jerusalems neuer Straßenbahn ein. Sie trug schwere Verletzungen davon. Er konnte fliehen, wurde jedoch später gefasst und inhaftiert. (src)
In jedem Fall erwähnenswert ist auch der Verweis von Dahlenburg auf eine slide show. Klick!
update: der sich waghalsig dünkende BR-Reporter berichtet footage-like aus Ashdod.
“Verbrannt in Polizeizelle Nummer fünf ” oder auch “Oury Jalloh – das war Mord” sind zwei Sätze welche mir im Zusammenhang mit den Ereignissen um einen in einer ostdeutschen Polizeizelle verbrannten Asylbewerber einfallen. Es ist der zunächst undenkbare Moment (dass ein in Polizeigewahrsam gefesselter Mensch tatsächlich von Beamten zunächst misshandelt und dann mit brennbarer Flüssigkeit übergossen und angezündet wird) der sich jedoch immer als der wirkliche Grund heraus zu stellen scheint. Der Prozess welcher Aufklärung bringen sollte ist eine Farce – die befragten Beamten haben vergessen und schweigen. Ein sehenswerter Film welcher die Ereignisse und Widersprüche nochmal gut zusammen fasst stammt aus dem Jahr 2010 von Sonja Seymour Mikich (45 Min). Watch it!
Mal wieder ein Blogeintrag, jedoch: es bleibt bildlastig…
Aus der Feder von Vincent Paronnaud (alias Winshluss) zu finden der ikonographierte Großindustrielle:
dessen Schicksal jedoch relativ schnell und weniger gut endet…
Es findet sich auch der Faschismus, zum angucken click pic…
In jedem Fall ein mit viel Liebe gestaltetes Comic (es gibt verschiedene Handlungsebenen und Malstile).















Bei Vimeo findet sich unter Longleys Benutzerkonto der gesamte Film “Gaza Strip” zum ansehen (2002, 72 Min.). Watch it.















