überspringe Navigation

Einen Tag vor dem offiziellen Holocaustgedenktag, dem Tag der Befreiung des Lagers Auschwitz durch die Rote Armee im Jahr 1945,  also vor 67 Jahren, ist es mal wieder Zeit sich Gedanken zu machen und die Frage zu stellen: Wie wird umgegangen mit der barbarischen Vergangenheit, nein vielmehr mit dem Ort der Sinnbild geworden ist für die rationalisierte, industrialisierte Menschenvernichtung? Es scheint, als ob das Lager Auschwitz zu einem Platz geworden ist, der sich einreiht in die Kette von Sehenswürdigkeiten die man eben besucht wenn man in der Nähe ist (oder wegen dem Klassenauflug gezwungen ist zu besuchen). Es ist ein Ort, der mit der ikonographierten Metapher alles zu beinhalten scheint und deshalb wie ein Schlüssel wirkt, aber das was zu bekommen ist  „nur“ Stacheldraht, einige Gebäude und Ruinen meint. Es ist ein Ort der die Vergangenheit nicht greif- oder erklärbarer werden lässt. Es ist ein Ort und kein Abstraktum, ein Ort der schreit von Entmenschlichung und Barbarei und doch schweigt, ein Ort der einen Prozess  und Handlungen beinhaltet und doch museal starr bleibt und schweigt. Die über ihre Erfahrungen erzählenden Überlebenden sind ein Versehen.

Es ist ein Ort in der Welt der in der Welt bleibt – und zum Spielplatz wird und allem wonach das menschliche Bedürfnis eben trachtet…

(src)

Lesenswertes von Henryk M. Broder, der das heutige Lager vor allem als ökonomischen Tourismusfaktor beschreibt, aber nicht mit dem richtigen Schluss zum 50. Jahrestag der Befreiung des Lagers.

Für Detlev Claussen löste sich der Ort Auschwitz auf – hinter einem sinnstiftendem Abstraktum: „Mit ‘Holocaust’ aber war das Zauberwort gefunden, das Auschwitz verschwinden ließ. „ (von hier )

In Deutschland hat es seit jeher Konjunktur die Toten von Auschwitz mit den Toten von Stalingrad oder den Toten von Dresden zu nennen – als Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in einem sogenannten Jahrhundert der Extreme. Doch genau darin ist nicht nur eine Relativierung, sondern die Negation der industrialisierten Menschenvernichtung zu sehen. Das Leben innerhalb des Lagers wird dem Leben außerhalb des Lagers gleichgestellt, das allgegenwärtige Sterben im Lager als eine bloße Facette der Allgegenwart des Todes im Krieg dargestellt…

Jean Amery: „Da  und  dort  wird  vielleicht  jemand  einwenden, dass  auch  der  Frontsoldat  ständig  vom  Tode umfangen war und dass darum der Tod im Lager nicht eigentlich einen spezifischen Charakter und eine unvergleichliche Problematik hatte. Muss ich erst noch sagen, dass dieser Vergleich untauglich ist? Der Soldat starb den Helden – oder Opfertod: der Häftling den des Schlachtviehs. Der Soldat wurde ins Feuer getrieben, und sein Leben war nicht viel wert, das ist wahr, dennoch war ihm vom Staate nicht das Sterben verordnet, sondern das Überstehen. Des Häftlings letzte Pflicht aber war der Tod.“ (src)

In den Aufzeichnungen zu der Ansprache Der Autor als Produzent stellt Benjamin fest: ‘Die linksradikale Belletristik und Reportage mag sich gebärden wie sie will – sie kann niemals die Tatsache aus der Welt schaffen, daß selbst die Proletarisierung des Intellektuellen beinahe niemals einen Proleten schafft. Warum? Weil ihm die Bürgerklasse, in Gestalt der Bildung, von Kindheit auf ein Produktionsmittel mitgab, das ihn, auf Grund des Bildungsprivilegs mit ihr, und das, vielleicht noch mehr, sie mit ihm solidarisch macht.’ (VI, 180; vgl. II, 700; III, 225).

(„Listening to Musik“, gesehen in Leipzig-Probstheida)

Zuerst zum Nachspiel:

(Fotos via)

„Rebellion ist wie dieser Schmetterling der auf das Meer ohne Insel oder Felsen zufliegt. Er weiß dass er keinen Platz zum Landen hat. Doch zögert er nicht zu fliegen. Und nein, weder der Schmetterling noch die Rebellion sind dumm oder Selbstmörderisch. Es ist nur so dass sie wissen, das sie doch etwas haben werden, wo sie landen können, weil es in dieser Richtung eine kleine Insel gibt, die noch kein Satelit entdeckt hat.“

Oha. Und das Vorspiel? Hier:

Gelöscht wird erst, nachdem die Tonne bis zum Schluss brennen durfte…

An anderer Stelle wird derweil im Tone eines Wettbewerbs davon gesprochen, dass der Tag in Magdeburg mehr Beachtung verdient hätte:

„Ein breites Bündnis von bis zu 20.000 Menschen aus ganz unterschiedlichen Kontexten hat [2011, Anm.] tausende Nazis in die Schranken gewiesen und diesen gezeigt, dass Dresdens Straßen keineswegs ihnen gehören. An diese Leistung muss angeknüpft werden. [...] Das dritte Mal in Folge erwartet die Nazis in Dresden [2012, Anm.] eine Niederlage, die nur möglich sein wird, weil tausende engagierte Bürgerinnen und Bürger auf die Straße gehen, um so ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen. „ (src, via)

Dieses hier gelobte Engagement zeigt sich u.a. in einer weißen ins Knopfloch gesteckten Nelke – den Rest des Jahres fragt man sich wie das mit den Extremisten wohl noch werden wird oder schließt sich der Forderung des Bundes der deutschen Kriminalbeamten nach einer Bekämpfung des Linksterrorismus an. Wie gerechtfertigt das ist ja hat schließlich das Nachspiel in Magdeburg gezeigt…

Hinweis auf zwei Sendungen des SWR die durchaus spannend sind. Erstere vor allem durch die Frage nach dem Bewusstsein (besser: den verschiedenen Bewusstseinszuständen), letztere durch die Verbindung zum Surrealismus (der Flucht aus oder das Hinterfragen der Realität).

SWR2 Forum: Was Träume über das Ich verraten.

SWR2 Forum: Wie träumen Künstler?

weiteres zum Thema Traum, was mir allerdings weniger spannend erscheint, u.a. zu finden beim NDR (Ortrud Grön, Traum-Arbeiterin) oder beim HR2 (Michael Schredl, Traumforscher).

 

Nicht alle hier aufgeführten Beiträge sind uneingeschränkt zu empfehlen, aber das mag jeder selbst beurteilen.

Hörenswertes Teil 1 im übrigen hier zu finden…

(Bilder sind jeweils etwa 10 Sekunden belichtet, entstanden an einer Kreuzung am Großen Garten in Dresden; click pics to enlarge!)

„filmed by accident“…

(„Gegen Hippies“, gesehen in Halle)

(„EGO SHOOTER“, gesehen in Dresden)

(„optic ninja“ – gesehen in Dresden)

Stolz liest sich der Projektbogen zu Polizei.Sachsen.2020:

Mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung wird die sächsische Polizei nach dem Jahr 2025 über 11.280 Stellen verfügen (2010: 13.911). Damit wird der Freistaat weiterhin über eine höhere Polizeidichte
verfügen als der Durchschnitt der westdeutschen Flächenländer. (Quelle, S. 6)

Im Rahmen dieses Projektes, Polizei.Sachsen.2020, wurden nun – öffentlichkeitswirksam inszeniert – weitere Autos an den sächsischen Polizeifuhrpark übergeben. 22,5 Millionen Euro werden dieses Jahr in die Ausstattung und Technik der sächsischen Polizei investiert, davon über 7 Millionen in die Autos, 3,3 Millionen in einen neuen Hubschrauber.

(Quelle)

(Sachsenspiegel-Screenshot)

Wer den sächsischen Polizei.2020-Imagefilm („Vetrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“) sehen möchte klicke hier (wird aber bereits nach 1:10 Min. langweilig) – actiongeladener ist da der SEK-Werbefilm…: Zum Einsatz kommen dürfte die neue Technik (möglicherweise auch die SEK – um der Sicherheit willen wird es sicher etwas zu tun geben) wohl bald: die alljährlichen Demonstrationen im Februar in Dresden sind vermutlich bei der Polizei – wie auch den demonstrierenden Aktivisten schon jetzt in Planung. Und seit April 2011 ist auch Sachsen endlich im Besitz des Wasserwerfers neuen Typs, des „WaWe10″. Doch dieser kostete das Land Sachsen nichts, denn

„Wasserwerfer sind Bundesausstattung. Sie werden den Bereitschaftspolizeien der Länder entsprechend einem festgelegten Ausstattungssoll zur Verfügung gestellt.“ (Quelle)

Fühlt sich an wie eine Aufrüstung der föderativen Exekutive (aber Gefühle können ja bekanntlich täuschen). Die Praxis (quasi der Praxisfetisch der Polizei) hat es aber eigentlich schon bewiesen…

(verrostende Streetart in Halle/Saale, auch das Foto ist schon paar Jahre alt…)

„essen macht satt“

FDGB-Mitgliedsheft mit Solidaritäts-Mitgliedsbeiträgen aus dem Jahr 1964:„Bändigt den westdeutschen Militarismus“ neben FDGB-Marken die eine Mörsergranate beim zusammensetzen zeigen… Spannend auch eine Marke (aus dem Jahr 1966?), die eine Qualle/Krake/Octopus (?)  zeigt, welche von einer Faust zu/am Boden gedrückt/zerquetscht wird:

(click pics to enlarge)

(Leipzig-Lößnig)

Die Logistik auf der Schiene – hier ist sie. Video von einem vorbeifahrenden Castorzug bei Google zu finden (klick pic):

Nebenbei, zur gleichen Zeit quasi, empfehle ich das hören des lokalen Freien Radios (manchmal schöne Momente). Aber das vermutlich auch nur die Nacht bzw. den morgigen Tag…

Achjo: Wer den Mann aus dem Wasserwerfer mit Mikro in der Hand im Strobo-Licht sehen möchte klicke hier (13:30 min) – schönes footage.

(Roter Ochse, JVA in Halle/Saale)

(Hainer See, nähe Espenhain)

Marktfrisch aus Deutschland

Milch aus Deutschland

Deutsches Suppenhuhn

(„ninja-optic“, gesehen in Dresden)

Mal wieder wird sich beschäftigt mit den wirklich wichtigen Fragen – Nachbarschaftsstreitgkeiten und -problemen. Anders ist der Artikel „Connewitzer Kiezkonflikte“ bei Indymedia wohl nicht zu verstehen… Kritisch zu Wort gemeldet wurde sich jetzt wohl auch, weil die Wohlfühllieblingskneipe „Frau Krause“ angeblich in das Eigentum eines der großen dominierenden und die stadtpolitischen Vorgaben verfolgenden Immobilienverwalters übergangen ist. Manche meinen sogar, es sei schon ganz Leipzig im Magen der „HJ“:

Und natürlich gehts auch mal wieder um die selbsternannte Insel des Kiez, das Conne Island. Ein Ort den es seit etwa 1880 als Ausflugsziel gibt, zwischendurch mal HJ (Hitlerjugend)-Heim war, dann bis 1990 FDJ-Clubhaus bis es schließlich seit 1991 selbstverwalteter und autonomer Treff- und Konzertort wurde und wo sich heute angeblich „anti-deutsche Faschisten/innen treffen“. Hier ein Artikel des Cee-Ieh Newsflyer zur Kiez-Problematik und deren Selbstverortung.

(Leipzig Probstheida; alte Schule (P.O.S.?); um die Ecke erzählen Sticker vom „Volkstod“…)

Jeweils Mittwoch um 24:10 / aka Donnerstag 00:10 Uhr auf Radio Corax im Raum Halle/Saale auf 95.9 FM oder per Stream.

komplettes Programm im Corax-Heft…

16.11.11 Ralph Arlyck – Following Sean (80 Min, 2005)

Following Sean is a 2005 documentary film directed by Ralph Arlyck. Bei IKL gibts die englische Tonspur des Films zu hören. Es ist ein Film über die Hochzeit der Hippies und deren Lebenseinstellung, über die amerikanische Gesellschaft, über persönliche Lebenswege und -vorstellungen. „The more things change, the more we are not the same.“ Der Autor, selbst Teil der idealisierten Bewegung, bezieht bei seiner Untersuchung das eigene Leben mit ein. Sehens- und Hörenswert.

29.11.11 Rolf Cantzen – „Die Protokolle der Weisen von Zion“ & „Die Weltordnung der Weltverschwoerer“ (2003)

Die Protokolle der Weisen von Zion sind eine Fälschung. Das wurde mehrfach bewiesen. Zuletzt hat der Comiczeichner Will Eisner vor seinem Tod diese Thematik noch einmal zusammengefasst. Was kaum bekannt ist: dieses Konstrukt was die vermeintliche jüdische Weltverschwörung enttarnt zu haben glaubt ist ein Longseller in den arabischen Staaten. Und nicht nur in schriftlicher Form, auch im Fernsehen wird immer wieder darauf Bezug genommen. Rolf Cantzen spricht mit Wissenschaftlern und versucht die hinter dem alles sich passend machenden Welterklärungsmodell Verschwörung liegende Funktion zu beschreiben.

(kein Zugang zum „national battle monument“ Völkerschlachtdenkmal)

Bad Aibling (in der Nähe von Pullach) mit Echelon-Anlage:

(screenshot Bing-Maps, click to enlarge)

Vor 1971 wurde noch ein Großteil der eingehenden Information manuell ausgewertet. Zu jener Zeit baute die NSA unter dem Codenamen PLATFORM ein gewaltiges Computer-Netzwerk auf, das 52 Systeme, die sich im Besitz der um den Erdball verstreuten Mitglieder befanden, miteinander verknüpfte. Das Software-Paket, das die SIGINT-Operationen der einzelnen Partner zusammenführte, trug den Codenamen ECHELON. Die Ressourcen und die Prioritäten haben sich seit seiner Einrichtung stark erweitert.

In den späten 80er Jahren, während des Siegeszuges relativ billiger Kommunikations-Satelliten, gab es kaum einen Winkel auf der Erde, der nicht durch eine Abhöranlage oder eine Satellitenüberwachungsstation aus dem Besitz eines der UKUSA-Mitglieder kontrolliert war. Damit ist es ECHELON möglich, jegliche Art von unverschlüsselter und einige Arten von verschlüsselter Kommunikation, insbesondere solche, die in standardisierten Verfahren verschlüsselt wird, auf der ganzen Welt abzuhören und zu verarbeiten. ECHELON soll täglich bis zu 3 Milliarden Kommunikationsverbindungen abhören und dabei sowohl Telefon- und Faxverbindungen, E-Mail-Verkehr, Internet-Chats, Newsgroups und ähnliches erfassen.

 Das ECHELON-System erfasst all diese Verbindungen wahllos über verschiedene „Schnüffel“-Einrichtungen. Diese „Schnüffler“ (ähnlich wie das berüchtigte CARNIVORE, das vom FBI speziell für das Abhören von Kommunikation über E-Mail verwendet wird) sammeln Informationen über Datenpakete, wenn sie das Internet über verschiedene Knotenpunkte durchwandern. Dann filtert das System mit Hilfe von Spracherkennungstechnologie und künstlicher Intelligenz die Information heraus, die von Interesse ist – ähnlich wie es Suchmaschinen wie Google oder Altavista tun, aber auf wesentlich höherem Niveau. Die NSA hält in diesem Technologie-Bereich mehrere Patente, wie z. B. das berühmte „Semantic-Forest“-Patent zur Themenanalyse (US-Patent-Nummer: 5937422). Einige Stimmen behaupten, dass ECHELON ca. 90 Prozent der täglichen Kommunikation im Internet durchsiebt.

Anti-ECHELON-Aktivismus

Initiativen zur Aufklärung der ECHELON–Aktivitäten und zur Öffentlichmachung und Bekämpfung von großflächigen Abhörvorgängen sind von Anfang an von zivilgesellschaftlichen Gruppen und investigativen Journalisten ausgegangen, während Regierungen sich jahrelang im Beschwichtigen und Ableugnen übten bzw. zum Teil über die Aktivitäten von Geheimdiensten im eigenen Land gar nicht informiert waren.Der Anti-ECHELON-Aktivismus der frühen Tage, bei dem es darum ging, die Existenz des Systems erst einmal zum Thema eines breiteren Diskurses zu machen, ist zum Teil in die Institutionen abgewandert. Er hat aber auch eine Reihe von Aktionen hervorgebracht, die darauf abzielen, das Überwachungssystem anzugreifen oder zumindest immer wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Eine solche Initiative ist der Jam-ECHELON-Day, der 21. Oktober, an dem das System mit Stichwörtern überfüttert und so in seiner Funktion beeinträchtigt werden soll. Die Stichwörter werden dabei als Signatur an möglichst viele E-Mails angehängt. Inwieweit derartige Aktionen ECHELON tatsächlich beeinträchtigen können, ist natürlich sehr fraglich; immerhin dürfte damit aber ein Beitrag zur Bewusstseinsbildung geleistet werden.

Auszug aus einer Liste vermuteter ECHELON-Stichwörter des Jam-ECHELON-Days (www.jamechelon.org) [die site gibts nicht mehr] :

SUAEWICS, Juiliett Class Submarine, Locks, qrss, loch, 64 Vauxhall Cross, Ingram Mac-10, wwics, sigvoice, ssa, E.O.D., SEMTEX, penrep, racal, OTP, OSS, Siemens, RPC, Met, CIA-DST, INI, watchers, keebler, contacts, Blowpipe, BTM, CCS, GSA, Kilo Class, squib, primacord, RSP, Z7, Nerd, fangs, Austin, no|d, Comirex, GPMG, Speakeasy, humint,GEODSS, SORO, M5, BROMURE, ANC, zone, SBI, DSS, S.A.I.C., Minox, Keyhole, SAR, Rand Corporation, Starr, Wackenhutt, EO, burhop, Wackendude, mol, Shelton, 2E781, F-22, 2010, JCET, cocaine, Vale, IG, Kosovo, Dake, 36,800, Hillal, Pesec, Hindawi, GGL, NAICC, CTU, botux, Virii, CCC, ISPE, CCSC, Scud, SecDef, Magdeyev, VOA, Kosiura, Small Pox, Tajik, +=, Blacklisted 411, TRDL, Internet Underground, BX, XS4ALL, wetsu, muezzin, Retinal Fetish, WIR, Fetish, FCA, Yobie, forschun g, emm, ANZUS, Reprieve, NZC-332, edition, cards, mania, 701, CTP, CATO, Phon-e, Chicago Posse, NSDM, l0ck, beanpole, spook, keywords, QRR, PLA, TDYC, W3, CUD, CdC, Weekly World News, Zen, World Domination, Dead, GRU, M72750, Salsa, 7, Blowfish, Gorelick,Glock, Ft. Meade, NSWT, press-release, WISDIM, burned, Indigo, wire transfer, e-cash, Bubba the Love Sponge, Enforcers, Digicash, zip, SWAT, Ortega, PPP, NACSE, crypto-anarchy, AT&T, SGI, SUN, MCI, Blacknet, ISM, JCE, Middleman, KLM, Blackbird, NSV, GQ360, X400, Texas, jihad, SDI, BRIGAND, Uzi, Fort Meade, *&, gchq.gov.uk, supercomputer, bullion, 3, NTTC, Blackmednet, :, Propaganda, ABC, Satellite phones, IWIS, Planet-1, ISTA, rs9512c, Jiang Zemin, South Africa, Sergeyev, Montenegro, Toeffler, Rebollo, sorot, Yucca Mountain, FARC, Toth, Xu Yongyue, Bach, Razor, AC, cryptanalysis, nuclear, 52 52 N – 03 03 W, Morgan, Canine, GEBA, INSCOM, MEMEX, Stanley, FBI, Panama, fissionable, Sears Tower, NORAD, Delta Force, SEAL, virtual, WASS, WID, Dolch, secure shell, s crews, Black-Ops, O/S, Area51, SABC, basement, ISWG, $@, data-haven, NSDD, black-bag, rack, TEMPEST, Goodwin, rebels, ID, MD5, IDEA, garbage, market, beef, Stego, ISAF, unclassified, Sayeret Tzanhanim, PARASAR, Gripan, pirg, curly, Taiwan, guest, utopia, NSG, orthodox, CCSQ, Alica, SHA, Global, gorilla, Bob, UNSCOM, Fukuyama, Manfurov, Kvashnin, Marx, Abdurahmon, snullen, Pseudonyms, MITM, NARF, Gray Data, VLSI, mega, Leitrim, Yakima, NSES, Sugar Grove, WAS, Cowboy, Gist, 8182, Gatt, Platform, 1911, Geraldton, UKUSA, veggie, XM, Parvus, NAVSVS, 3848, Morwenstow, Consul, Oratory, Pine Gap, Menwith, Mantis, DSD, BVD, 1984, blow out, BUDS, WQC, Flintlock, PABX, Electron, Chicago Crust, e95, DDR&E, 3M, KEDO, iButton, R1, erco, Toffler, FAS, RHL, K3, Visa/BCC, SNT, Ceridian, STE, condor, CipherTAC-2000, Etacs, Shipiro, ssor, piz, fritz, KY, 32, Edens, Kiwis, Kamumaruha, DODIG, Firefly, HRM, Albright, Bellcore, rail, csim, NMS, 2c, FIPS140-1, CAVE, E-Bomb, CDMA, Fortezza, 355ml, ISSC, cybercash, NAWAS, government, NSY, hate, speedbump, joe, illuminati, BOSS, Kourou, Misawa, Morse, HF, P415, ladylove, filofax, Gulf, lamma, Unit 5707, Sayeret Mat’Kal, Unit 669, Sayeret Golani, Lanceros, Summercon, NSADS, president, ISFR, freedom, ISSO, walburn, Defcon VI, DC6, Larson, P99, HERF pipe-bomb, 2.3 Oz., cocaine, $, imapct, Roswell, ESN, COS, E.T., credit card, b9, fraud, ST1, assasinate, virus, ISCS, ISPR, anarchy, rogue, mailbomb, 888, Chelsea, 1997, Whitewater, MOD, York, plutonium, William Gates, clone, BATF, SGDN, Nike, WWSV, Atlas, IWWSVCS, Delta, TWA, Kiwi, PGP 2.6.2., PGP 5.0i, PGP 5.1, siliconpimp, SASSTIXS, IWG, Lynch, 414, Face, Pixar, IRIDF, NSRB, eternity server, Skytel, Yukon, Templeton, Johohonbu, LUK, Cohiba, Soros, Standford, niche, ISEP, ISEC, 51, H&K, USP, ^, sardine, bank, EUB, USP, PCS, NRO, Red Cell, NSOF, DC7, Glock 26, snuffle, Patel, package, ISI, INR, INS, GRU, RUOP, GSS, NSP, SRI, Ronco, Armani, BOSS, Chobetsu, FBIS, BND, SISDE, FSB, BfV, IB, froglegs, JITEM, SADF, advise, TUSA, LITE, PKK, HoHoCon, SI SMI, ISG, FIS, MSW, Spyderco, UOP, SSCI, NIMA, HAMASMOIS, SVR, SIN, advisors, SAP, Monica, OAU, PFS, Aladdin, AG, chameleon man, Hutsul, CESID, Bess, rail gun, .375, Peering, CSC, Tangimoana Beach, Commecen, Vanuatu, Kwajalein, LHI, DRM, GSGI, DST, MITI, JERTO, SDF, Koancho, Blenheim, Rivera, Kyudanki, varon, 310, 17, 312, NB, CBM, CTP, Sardine SBIRS, jaws, SGDN, ADIU, DEADBEEF, IDP, IDF,Halibut, SONANGOL, Flu, &, Loin, PGP 5.53, meta, Faber, SFPD, EG&G, ISEP, blackjack, Fox, Aum, AIEWS, AMW, RHL, Baranyi, WORM, MP5K-SD, 1071, WINGS, cdi, VIA, DynCorp, UXO, Ti, WWSP, WID, osco, Mary, honor, Templar, THAAD, package, CISD, ISG, BIOLWPN, JRA, ISB, ISDS, chosen, LBSD, van, schloss, secops, DCSS, DPSD, LIF, J-Star, PRIME, SURVIAC, telex, Analyzer, embassy, Golf, B61-7, Maple, Tokyo, ERR, SBU, Threat, JPL, Tess, SE, Alex, EPL, SPINTCOM, FOUO, ISS-ADP, Merv, Mexico, SUR, blocks, SO13, Rojdykarna, RSOC, USS Banner, S511, 20755, airframe, jya.com, Furby, PECSENC, football, Agfa, 3210, Crowell, moore, 510, OADR, Smit h, toffee, FIS, N5P6, EuroFed, SP4, shelter, Crypto, 3, 7, 17, 20, 51, 69, 312, 414, 707, 737, 747, 757, 767, 777, 868, 888, 1071, 1911, 1984, 1997, 2600, 3848, 8182, $, &, ^, ^?, ~, 1*, 1080H, 15kg, 3B2,50BMG, a, ABC, ACC, ActiveX, advise, advisors, afsatcom, AFSPC, AHPCRC, AIMSX, Aladdin, Alica, Alouette,AMEMB, Amherst, AMW, anarchy, ANC, AOL, AOLTOS, ARC, Archives, Area51, argus, Armani, ARPA, Artichoke, ASIO, ASIS, ASIS, ASLET, assasinate, Asset, AT, AT&T, Atlas, Austin, AVN, b, B.D.M., b9, Badger, bank, basement, BATF, BBE, BECCA, beef, Bess, bet, BeyondHope, BfV, BITNET, black-bag, Blackbird, Blacklisted411, Blackmednet, Blacknet, Black-Ops, BletchleyPark, Blowfish, BMDO, BND, Bob, BOP, BOSS, botux, BRLO, Broadside, Bubba, BubbatheLoveSponge, bullion, BVD, BZ, c, Cable&Wireless, CANSLO, Capricorn, Cap-Stun, CATO, CBM, CBNRC, CBOT, CCC, CCS, CDA, CdC, CDC, cdi, CESID, CFC, chaining, chameleonman, Chan, Chelsea, ChicagoPosse, Chobetsu, chosen, CIA, CID, CIDA, CIM, CIO, CIS, CISE, Clandestine, clone, cocaine, COCOT, Coderpunks, codes, Cohiba, Colonel, Competitor, Compsec, Compsec97, ComputerTerrorism, Consul, CONUS, Cornflower, CorporateSecurity, COS, COSMOS, CounterTerrorism, counterintelligence, Cowboy, CovertVideo, CQB, CQB, CRA, creditcard, cryptanalysis, crypto-anarchy, CSE, csystems, CTP, CTP, CTU, CTU, CUD, cybercash, Cypherpunks, d, D-11, Daisy, datahavens, DATTA, DCJFTF, Dead, DEADBEEF, debugging, Defcon, DefConV, DefenseInformationWarfare, Delta, Delta, DERA, DES, DEVGRP, DF, DIA, Dictionary, Digicash, DITSA, DJC, DOE, DOE, Dolch, domesticdisruption, DRA, DSD, DSD, DSS, Duress, DynCorp, E.O.D., E.T.

 (beachtlich die Quelle des Textes)

Der Vietnamkrieg der USA wurde zu einem Identifkationspunkt vieler Bewegungen weltweit. Verbunden mit antiamerikanischen Einstellungen (Faschismusvorwurf) und Demonstrationen in Europa avancierten die Ereignisse in Asien indessen zum innenpolitischen Konfliktpunkt. Auch auf zuvor ruhigem Terrain zeigten sich Probleme:

In den USA kam es zu Kundgebungen gegen die Politik der Regierung sowohl von den eigenen Soldaten als auch der Zivilbevölkerung. Ein Film der sich mit den Wehrpflichtigen amerikanischen Kriegsverweigerern auseinandersetzt zeigt die Probleme von Befehl und Gehorsam – die Soldaten begannen u.a. ihre Vorgesetzten (Schweine genannt) hinterrücks zu ermorden (mit Hilfe einer Handgranate) um deren Befehle nicht ausführen zu müssen…

Nicht zuletzt aus den Erfahrungen über den Ungehorsams der Wehrdienstleistenden in Vietnam wurde die Wehrpflicht in den USA abgeschafft. Eine Kommission des Pentagons war 1971, zwei Jahre vor Ende der Wehrpflicht, zu der Auffassung gelangt, dass über die Hälfte der in Vietnam kämpfenden Truppenmitglieder gegen den Krieg seien. 503.926 Desertionen gab es offiziell zwischen 1966 und 1973. Ein Film von David Zeiger mit dem Namen Sir! No Sir! zeigt sowohl die Proteste der Studenten als auch der GI’s gegen den Vietnamkrieg in den USA. (hier die deutsche Version, ca. 50 Min.)

(Jane Fonda, die als militante Pazifistin sich auch mal an den Waffen der Volksfront probierte und später einiges Gesagte bereute)

(an einem der Eingänge zum Südfriedhof, Leipzig)

Schon der Titel lässt ahnen: es scheint ein nie kommender Tag, oder ein Abgesang, ein Bedauern. Es ist ein Lokalzentrismus (der auch zu Nazis passen würde – oder sind die eher National?), der eines Tages wichtig geworden oder bis heute geblieben ist – sei es qua Herkunft, Hinzug oder (ich will dies nicht unterstellen) ein Punkt von persönlich wie auch immer motivierter Relevanz . Welcher Relevanz wäre die Frage – für das Subjekt die Antwort. Wäre die Frage zu stellen ob das Subjekt aufgeklärt, reflektiert oder sonstwas ist. Dass das Subjekt reflektieren kann wird offensichtlich, wenn es Kritik formuliert. Im folgenden eine Kritik an der Kritik an Pogrom 1991:

Kritik an der Bürgernähe der Initiative Progrom.91

Liebe Initiative Progrom.91,

auch wir als Antifaschist_Innen folgtem eurem Aufruf zur Demonstration am 17.September [2011, Anm.] in Hoyerswerda. Und auch wir musste leider miterleben, wie ihr mit den Progromen von 1991 umgeht.
Für uns war die propagierte Bürgernähe mehr als erschreckend. Seit 20 Jahren kämpfen Antifaschist_Innen um die Anerkennung der Progrome, welche durch Nazis und Bürger_Innen – oder schlichtweg Deutsche – zum weltweiten „Ruhm“ von Hoyerswerda führte.
Doch euer Weg ist nicht der einer Kritik an den Bürger_Innen. Anstatt die Schuld kollektiv zu verteilen und allen Bürger_Innen klar zu machen, dass sie zumindest Schuld an der nichtvorhandenen Aufarbeitung, und der Verdrängung sind, versucht ihr ein vorgeschobenes Problembewusstsein zu schaffen.

Fail. Ohne Problembewusstsein keine Diskussion – eure Antwort – die leider nicht auf den Punkt Bewusstsein eingeht, sondern auf etwas anderes: eben jenes Bewusstsein dass die Ereignisse auf der Straße liefen wie sie liefen.

Unstrittig ist die Schuld der an diesem Tag beteiligten Nazis und Bürger_Innen. Unstrittig ist auch das unvorstellbare Verhalten von staatlichen Repressionsorganen. Unstrittig sollte jedoch auch sein, dass jedeR Bürger_In von Hoyerswerda auch noch heute schuldig ist. Niemand in diesem Plattenbaukomplex, welcher 30.000 Einwohner_Innen umfasst ist ein Opfer. Sie alle bleiben Täter und sollten auch als genau das benannt werden!

Es geht nicht um Schuld oder Unschuld, sondern um das Bewusstsein des Stillhaltens, die Funktion eines Zuschauers und eben – wie ihr es definiert – des Handelnden, des Täters.

Niemals soll die hässliche Fratze des deutschen Mobs vergessen werden, welche in diesen Tagen Molotovcocktails und Steine gegen die Wohnungen der Migrant_Innen und Vertragsarbeiter_Innen warfen. Niemals soll vergessen werden wie die Täter geschützt wurden.
Und niemals soll vergessen und verziehen werden wie dieses Progrom seit 20 Jahren kleingeredet wird.

Und genau dagegen richtet sich doch auch die Kritik von Pogrom.91.

Doch eure Reaktion ist dabei typisch deutsch. Ihr versucht eine Zivilgesellschaft aufzubauen, in dem ihr ein Schamgefühl und ein sog. Problembewusstsein schafft.

Was ist denn eure Kritik am Problembewusstsein? Verkürztes Bewusstsein ist Scham, reflektiertes sollte ein als Problem wahrgenommen Punkt durch Handeln zu ändern versuchen, or not?

Ihr macht dies auf eine perfide Art und Weise, indem ihr zum Beispiel die Bürger_Innen auf der Demonstration direkt ansprecht und sie auffordert an der Demonstration teilzunehmen.

Wenn es wirklich nur darum ging Menschen dazu einzuladen, dem Pogrom von 1991 in einer anderen Weise zu gedenken als Stadt und Offizielle ist dies anzuerkennen. Wenn es nur darum ging ein größeres Bündnis, auch mit teilnehmenden inhaltsunwissenden Subjekten zu erreichen, kritikwürdig. Es steht aber außer Zweifel, dass im lokalen Presseorgan (der Sächsischen Zeitung) von einer Teilnahme der Hoyerswerdaer Bürger an der Pogrom.91-Demo abgeraten wurde: „Ich für meinen Teil glaube, wer als Hoyerswerdaer wirklich [im Original, Anm.] etwas für seine Stadt tun will, ist besser auf dem Altstadt-Markt oder dem Lausitzer Platz aufgehoben. Dort findet von 13.30 bis 17 Uhr ein angemessenes stilles Gedenken statt.“ (Quelle)

Doch damit stärkt ihr nur einen staatlichen Antifaschismus, dessen größtes Problem der Schaden des weltoffenen, transkulturellen Deutschland – oder in diesem speziellem Fall Hoyerswerda ist.

Fail. An das Progrom in einer anderen Weise zu gedenken als Stadt und Offizielle, nämlich inhaltlich und scheinbar reflektiert, dadurch wird nicht der staatliche Antifaschismus gestärkt, sondern das Gedenken bekommt eine weitere Facette – im Idealfall geht es nicht um die Standortaufwertung (wie die Adjektive weltoffen oder transkulturell implizieren), sondern das offenlegen von Problemen, also keine weitere quasi Funktion im großen Projekt Antifaschismus einzunehmen sondern die spezielle Art des Gedenken an den Ort zu tragen – (nichts anderes machen im übrigen die Nazis bei ihren Aufmärschen in Dresden nur eben unter dem Aspekt des Opfermythos – warum habt ihr die noch nicht so scharf kritisiert, oder macht das „thedaydresdendied“?)

Niemand erkennt in diesem Zusammenhang, dass das eigentliche Problem Deutschland und seine Dorfgemeinschaften bleibt!

Weil die Dorfis kein Bewusstsein (oder das in euren Augen falsche Bewusstsein) haben, oder wieso?

Dieses Problembewusstsein [des Pogrom.91, Anm.] ist also nur vorgeschoben um eine minimale Effektivität eurer Arbeit herbeizubeschwören und damit die Realität zu beschönigen. Auch ihr seid also in diesem Fall Mitschuld an der fehlenden Aufarbeitung der Progrome von Hoyerswerda. Ihr macht euch selbst zu deutschen Tätern indem ihr die Auseinandersetzung beschönigt und damit die Progrome relativiert.

Was wurden denn beschönigt? Für ein Zitat wäre ich dankbar. Es ist im übrigen genau das Gegenteil der Fall: erst durch die Initiative wurde überregional (meinetwegen auch im MDR) zwar mehr über die Anlässe der Demonstration und weniger über deren Anliegen (aber auch deren scheinbares Scheitern) berichtet, aber euch immerhin einen Ansatzpunkt gegeben Kritik zu üben – wieso werden diese dann zu Tätern? Relativieren tut hier nur einer: ihr.

So gut euer Anliegen also war, trennt euch in der Umsetzung nicht viel vom allgemeinem deutschen Mob.

O-Ton Bildzeitung? Gibt es neben dem allgemeinen auch einen spezifischen deutschen Mob? Ihr übt Kritik an der Umsetzung, formuliert die aber leider nicht weiter aus. Latschdemo und Zettel verteilen, Leute auf der Straße anquatschen um deren Positionierung in eben jenem Moment abzufragen ist für euch also das selbe wie Molovcoctails auf Häuser werfen um einen als für das eigene Leben (und wenn es um Deutsche geht: für die als Kollektiv empfundene Gemeinschaft) störenden Moment (es geht wohlgemerkt um die Anwesenheit von Menschen!) zu beseitigen? Wtf.

Sicherlich wollen wir euch nicht vorwerfen, dass ihr im nächsten Moment Nazis vor Cops schützt, während erstere Migrant_Innen angreifen – trotzdem tragt ihr in der innerlinken Diskussion mit diesem Auftreten massiv zu einer Relativierung bei.

Again: relativating is ur business!

Diese Art und Weise der Auseinandersetzung ist für uns jedoch nicht tragbar. Wir sehen keinen Sinn in der Zusammenarbeit mit Bürger_Innen, welche diese Progrome auch heute noch unterstützen würden.

Ein interessanter Punkt. Erinnert mich an die Fragestellung: Erinnern, aber wie? Euer Fehler ist jedoch, dass ihr die Bürgerlichen (so habe ich Bürger-Innen verstanden) mit dem Mob gleichsetzt, weil in jedem Ereigniss hierzulande nach eurer Wahrnehmung sich der Mob bahn bricht (dies scheinbar primär in der „Dorfgemeinschaft“).

In der Auseinandersetzung mit selbigen [den Bürger_Innen], welche eine radikale Linke als „gleichwertige Störenfriede“ wie Nazis empfinden. Und wir sehen keinen Sinn in der Auseinandersetzung mit dem deutschem Mob!

Bahn gebrochen hat sich der Mob in verschiedenen Situationen zu verschiedenen Zeiten immer wieder – so auch direkt nach dem Zweiten Weltkrieg (siehe hier oder hier) und verdient das Wort Mob, wie auch die Ereignisse im Zuge der Überwindung der geopolitischen Folgen des Zweiten Weltkriegs mit 1990/1991 in Deutschland (z.B. Rostock, Mölln, Solingen oder jeder anderen Stadt) dieses Wort verdienen. Nicht zu vergessen neben den „großen“ Ereignissen, die kleinen – wie  jemanden unliebsames aus der fahrenden Straßenbahn zu werfen oder seinen Tod selbst mit dem Messer in der Hand herbeizuführen (z.B. wie zuletzt in Leipzig der Tod von Kamal K.)

Wir fordern also hiermit das gleiche, was das Café Morgenland bereits 1991 forderte.
Brennt Hoyerswerda nieder!

Hammer und Sichel dem deutschen Michel!
Deutsche gibt’s in jeder Stadt – bildet Banden macht sie platt!

tdzd im September 2011

Anzünden & platt machen, und zwar jede Stadt (oder nur deren Bewohner?). Hammer und Sichel dem deutschen Antifa-Michel. Wo bleibt eure Kritik an diesem Erinnerungsentwurf? Im Verbrennen ist in der Tat eine Lust zu finden (Freud hat da sicherlich was drüber geschrieben). Nur weil das Dreckskaff Zwickau einfach nicht sterben will (oder weil es dies eben vielleicht nach eurem Empfinden vielleicht schon sehr oft ist), übertragt ihr das auf andere Städte. Dabei hat Zwickau doch soviel zu bieten, wie ihr selber so schön zusammentragt: den Kristallisationspunkt der deutschen Zustände. Und das beinhaltet eben auch die öffentliche Gedenktafel für die tolle Stimmung in den deutschen Landen 1990 im knapp 40km entfernten Plauen – dem Hort wo (wie zu lesen ist) erstmals die Forderung nach der deutschen Vereinigung von der versammelten Volksmasse ausgesprochen wurde:

„Vom 14. Oktober bis zum 17. März 1990 [was für eine irritierende Zeitangabe] sprechen auf der Freitreppe Vertreter der neuen demokratischen Kräfte zu den Demonstranten und beginnen die Demonstrationen durch die Stadt Plauen, an denen sich Zehntausende beteiligen. Die ersten Forderungen auf den Plauener Massenkundgebungen waren „Pressefreiheit“, „Reisefreiheit“, „demokratische Wahlen“ und – „Stasi in die Produktion“. Später kam – erstmals in Plauen ausgesprochen – der Ruf nach der deutschen Vereinigung auf.“

Eure Antwort auf sowas: nicht problematisieren, sondern exekutieren. Eigentlich habt ihr damit recht – fahrt nach Plauen und sprengt dieses Schild. Wäre jedoch zu vermuten, dass sich dadurch im Bewusstsein über das zweifelsohne kritisierenswerte deutsche Erinnern nichts ändern wird. Stellt sich die Frage nach der Methode – eure Antwort vielleicht eine typische: sich des Problems im Feuer zu entledigen, also alle deutschen Kleinstädte dem Erdboden gleichmachen (nur Polemik? dann lasst das polemisieren!). Sich jedoch an die Alternative einer kritischen Theorie zu halten, sich die Möglichkeit eines Bewusstsein offen zu halten welches als einzige Instanz vielleicht auch die Welt anders einzurichten versucht, jedoch vor allem zuerst Grundlage einer Veränderung sein sollte, wird von euch negiert. Ernüchternd wenn die sich radikal Links dükenden Subjekte (als die ihr euch ja scheinbar empfindet) über falsche Kritik an Latschdemos und dem Hass auf die ungeistige Provinz nicht hinauskommt. Dadurch stärkt ihr die kulturhegemoniale Stellung der Stadt, die das anscheinend nötig hat (da spitzen sich die deutschen Verhältnisse im übrigen nur in einer anderen Form zu). Um meine Kritik an eurer Kritik in einen Satz zu fassen: die Nähe die ihr in der Motivationsüberschrift postuliert existiert nach meiner Wahrnehmung so nicht.

zu Pogrom.91

zu thedayzwickaudied

(via afterchangeswearemoreorlessthesame)

(„Just u“)

(vermarktete Alternative – gesehen im GWZ-Leipzig)

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.